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  • Stephan Midecke

Wie wirkt sich das Coronavirus auf die Hochzeitsbranche aus und wie sollen wir damit umgehen?

Aktualisiert: Apr 19

Es ist ein ein Thema, auf das ich sehr zwiegespalten reagiere und auch in den kommenden Wochen und Monaten noch nicht weiß wie damit umzugehen ist. Jedoch denke ich es betrifft uns alle und jeder von uns sollte, auch bei einem so freudigen Ereignis wie einer Hochzeit, darüber nachdenken was es für mögliche Konsequenzen mit sich ziehen könnte.


Die Medien überschlagen sich zur Zeit mit Berichterstattungen zur aktuellen Lage des Coronavirus. Grenzen und öffentliche Einrichtungen werden geschlossen, Großveranstaltungen abgesagt, täglich werden neue Zahlen zu Infizierten veröffentlicht, NRW ist aktuell ein Brennpunkt und ich glaube, jedem von uns sollte klar sein, dass es in nächster Zeit unser öffentliches Leben einschränken wird. Ob wir es möchten oder nicht, feststeht jedenfalls, es wird Veränderungen geben. In welchem Ausmaß und Zeitraum, darüber kann momentan nur spekuliert werden.


Ich weiß nicht wie ihr darüber denkt, aber mich hat es in dieser Woche das erste Mal persönlich beschäftigt und ich hatte diesbezüglich Gespräche mit Brautpaaren und Hochzeitsplanern. Der Liefertermin unserer Küche verzögert sich um zwei Monate, da der Hafenbetrieb in Marseille eingeschränkt ist, eine Veranstaltung am kommenden Wochenende wurde vom Ordnungsamt abgesagt, eine Großveranstaltung die wir demnächst besuchen wollten steht auf der Kippe, die Kita wird für die kommenden fünf Wochen geschlossen und geplante Ausflüge in andere Bundesländer in den Osterferien werden wir entsprechend absagen müssen. 

Erste Zweifel für geplante Mai/Juni Hochzeiten an der Nord- und Ostsee bestehen, da schon jetzt teilweise Cafés und Restaurants in den jeweiligen Regionen schließen. Für wie lange, wird sich nach den Empfehlungen der Ordnungs- und Gesundheitsämter richten, gerade auch in Hinblick auf die bevorstehenden Osterferien und der damit verbundenen Reisezeit.


In der kommenden Woche ist meine erste Hochzeit in diesem Jahr und ich gehe erstmal noch ganz entspannt in diesen Tag. Jedoch beginnt für mich und auch für viele andere Dienstleister die Hauptsaison am ersten Maiwochenende und zieht sich mit Hochzeiten an jedem Wochenende bis in den Oktober. Wie sich bis dahin die Lage entwickeln wird, weiß glaube ich noch keiner. Wird sich das Virus weiter ausbreiten oder schaffen es Kommunen durch Präventionen die Ausbreitung zu verlangsamen oder aufzuhalten?

Was das für Folgen für alle bevorstehenden Hochzeiten haben wird, kann man ebenfalls noch nicht abschätzen. Es könnte sein, dass eure Hochzeitslocation den Betrieb für einige Zeit einstellt oder größere Veranstaltungen untersagt werden. Es könnte sein, dass ihr oder eure gebuchten Dienstleister erkranken, ein Teil der geladenen Gesellschaft aus dem Ausland nicht kommen kann oder Standesämter schließen. Wie die Kirchen damit umgehen werden wissen wir auch noch nicht.

Irgendwelche wirtschaftlichen Schäden die daraus für einzelne entstehen können sind natürlich auch ein Thema, aber in erster Linie geht es um Empathie und wie wir gemeinsam mit eventuell bevorstehenden Problemen umgehen sollen.

Was passiert wenn Dienstleister nicht kommen können, die Location schließen muss da sie plötzlich in einem Risikogebiet liegt und die Hochzeit abgesagt werden muss? Wie werdet ihr damit umgehen und ist für euch die Verlegung zu einem späteren Zeitpunkt oder auch das nächste Jahr eine Option?

Da ich auch in diesem Jahr Hochzeiten an der Nord- und Ostsee haben werde, ist es fraglich wie sich dort die Kommunen verhalten werden. Wie weit ist bis dahin die Ausbreitung und wie gehen die Locations/Regionen damit um wenn viele Gäste aus NRW kommen werden?


Alles andere was ich will ist in irgendeiner Form die Panikmache einschlägiger Medien fortzuführen, sondern eher auf mögliche Folgen hinzuweisen. Wir sollten uns jedenfalls alle einmal die Zeit nehmen darüber nachzudenken und zu sprechen, sei es mit dem Partner, den Gästen, den Dienstleistern und wer noch alles mit euch und und eurer Hochzeit in Verbindung steht. Die Gesundheit sollte bei uns allen an erster Stelle stehen, denn auch da ist es fraglich, ob beispielsweise die Großeltern zu eurer Hochzeit kommen werden. Auch wenn wir uns durchschnittlich bei einer Veranstaltungsgröße bis hundert Personen bewegen ist es durchaus möglich, dass selbst solche Menschenansammlungen untersagt werden können oder ein Großteil der Gesellschaft nicht kommen kann oder möchte um Risiken zu vermeiden.


Dadurch resultieren auch ganz andere Probleme aus wirtschaftlicher Sicht. Da solch ein Fall bisher noch nicht bei uns eingetreten ist, wird man auch vergeblich irgendwelche Klauseln in Verträgen dazu finden.

Was passiert wenn die Location schließen muss? Euch sind dadurch bisherige Kosten für entsprechende Anzahlungen entstanden und gebuchten Dienstleistern wird ebenfalls eine Lücke in den Einkünften entstehen. Genauso verhält es sich wenn ihr aus eurer Sicht unsicher seid und die Hochzeit absagt. Was passiert wenn ein gebuchter Dienstleister nicht kommen kann und auch nicht für entsprechenden Ersatz sorgen kann? Ich glaube es sind Fragen auf die es aktuell keine Patentlösung gibt. Jeder wird sich dazu anders äußern und damit umgehen. Das Ziel sollte jedoch für uns alle sein, dass wir euren großen Tag wie geplant durchführen können. Deshalb sollten wir in nächster Zeit alle auf uns aufpassen und unser Leben in der Öffentlichkeit entsprechend anpassen.


Ihr könnt mir dazu jederzeit eure Sichtweise mitteilen und mit mir über mögliche Probleme sprechen.

In diesem Sinne, hoffen wir das Beste und lassen uns von der aktuellen Lage nicht unterkriegen.






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Event- und Hochzeits-DJ

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